Frachtraten teilen sich: Was das für Ihren Import aus China bedeutet
Die Seefrachtraten laufen derzeit auseinander. Im Briefing vom 4. September 2026 fielen die Spotraten von Shanghai nach Europa innerhalb einer Woche um rund 10 %, während die Raten über den Pazifik um etwa 5 % zulegten [1]. Für Importeure klingt eine fallende Rate zunächst nach Entlastung – doch dieselbe Meldung nennt zwei Faktoren, die die Fahrpläne belasten: Taifun Saudel in der Provinz Fujian und Arbeitsniederlegungen in europäischen Häfen [1]. Wer Glaswaren, Verpackung oder Gastronomiebedarf aus China bezieht, sollte deshalb nicht nur den Frachtpreis betrachten, sondern vor allem die Frage, wann die Ware tatsächlich am Lager steht.
Europa: fallende Raten, unzuverlässige Fahrpläne
Hafenstreiks verschieben Ankunftsfenster
- Umlaufzeit statt Rate planen: Ein Streik verschiebt nicht nur die Löschung, sondern auch die Andienung per Bahn und Lkw. Rechnen Sie die verlorene Zeit in Ihren Wiederbeschaffungszeitraum ein.
- Rollover einkalkulieren: Wird eine Buchung auf die nächste Abfahrt umgebucht, entstehen neue Terminalgebühren und neue Ankunftstermine.
- Lagerpuffer prüfen: Wer saisonal verkauft, sollte den Bestand nicht auf den spätesten möglichen Ankunftstermin auslegen.
Taifun Saudel und die Folgen in Fujian
- Verladung in Südchina: Kurzzeitige Schließungen von Terminals und Anlegeverzögerungen wirken sich zuerst auf Häfen der betroffenen Küstenregion aus.
- Vorlauf im Binnenland: Fabriken im Landesinneren liefern nach einem Sturmtag oft mit Verzögerung an den Hafen.
- Dokumente: Auch wenn sich nur die Verladung verschiebt, sollten Handelsrechnung, Packliste und Ursprungsnachweis bereits vor der Abfahrt abgestimmt sein.
Transpazifik zieht an: Wohin die Kapazität wandert
Steigende Raten über den Pazifik bei sinkenden Europa-Raten sind ein Signal für verschobene Nachfrage. Reedereien setzen Kapazität dort ein, wo sie höhere Erlöse erzielt. Für europäische Importeure bedeutet das zweierlei: Der Preisvorteil auf der Europa-Route ist real, aber er ist nicht stabil. Und die Ratenentwicklung sagt nichts über die Zuverlässigkeit des Fahrplans.
Wenn Sie Ihre Beschaffung über mehrere Destinationen oder Lieferanten steuern, hilft ein Blick auf die Abläufe: Wie Bestellungen, Muster und Freigaben getaktet sind, beschreibt unsere Prozessübersicht. Für mittelständische Betriebe mit mehreren Standorten lohnt zusätzlich die Frage, ob Sendungen gebündelt oder getrennt geführt werden – dazu finden Sie Hinweise unter Lösungen für den Mittelstand.
Kalkulation, Incoterms und DDP: Was Sie jetzt prüfen sollten
FOB, EXW oder DDP?
Die Incoterms der ICC regeln, wer welche Pflichten und Kosten trägt [2]. Bei FOB und EXW organisiert der Käufer Transport und Verzollung selbst – bei Volatilität in den Häfen bedeutet das mehr eigener Aufwand. Bei DDP liegt die Abwicklung beim Verkäufer; Einfuhrabgaben und Transport sind im Preis enthalten. Wie sich beide Wege auf Ihre Gesamtkosten auswirken, hängt an Menge, Ware und Lieferort; die Grundlagen dazu stehen in unseren Preisen und Konditionen.
Landed Cost statt Spotrate
Die Spotrate ist ein Baustein, nicht das Ergebnis. Prüfen Sie die Rechnung über Fracht, Versicherung, Einfuhrabgaben, Terminal- und Nachlaufkosten. Die formalen Einfuhrverfahren der EU sind bei der Europäischen Kommission dokumentiert [3].
So gehen Sie vor: Ihre Checkliste für die nächste Bestellung
- Bestand und Vorlaufzeit abgleichen: Legen Sie fest, welcher Puffer nötig ist, wenn sich eine Ankunft um zwei bis drei Wochen verschiebt.
- Incoterm bewusst wählen: Entscheiden Sie vor der Bestellung, wer Fracht und Verzollung trägt – nicht erst bei der Verschiffung.
- Landed Cost rechnen: Vergleichen Sie nicht Raten, sondern Endkosten pro Stück am Zielort.
- Losgröße planen: Bei Glaswaren liegt die Arbeits-MOQ bei ca. 1.200 Stück, produktabhängig. Kleinere Mengen verursachen anteilig höhere Kosten.
- Muster vorab freigeben: Ein kostenloses Muster vor der verbindlichen Bestellung klärt Material, Wandstärke und Dekor, bevor Kapazität gebucht wird.
- Zahlungsplan abstimmen: Maximal 50 % Anzahlung, Rest bei Lieferung, ist eine übliche und für beide Seiten faire Aufteilung.
DEFELLAS ist Österreichs führende China-Sourcing Agentur und begleitet den gesamten Ablauf von der Fabriksuche über Muster und QC bis zu Fracht, Zoll und DDP-Lieferung. Sie haben einen deutschsprachigen Ansprechpartner, der Vertragspartner sitzt in Österreich. Wenn Sie eine konkrete Sendung gegen die aktuelle Ratenlage kalkulieren möchten, sprechen Sie uns an: Jetzt Muster anfragen.


