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Glaswaren

Gläser gravieren lassen oder bedrucken: Was wann sinnvoll ist

Von Dr. Herwig Schiffer

Gravur, Siebdruck oder keramischer Einbrenndruck: Wie Sie Gläser veredeln lassen, welche Veredelung spülmaschinenfest ist und ab welcher Menge sich welches Verfahren rechnet.

Trinkgläser mit aufgedrucktem Motiv

Gläser gravieren lassen oder bedrucken: die kurze Antwort

Wenn Sie Gläser gravieren lassen, entsteht die Kennzeichnung im Material selbst: dauerhaft sichtbar, aber einfarbig und matt. Beim Bedrucken bringen Sie Farbe auf das Glas — im Siebdruck oder über eine keramische Veredelung mit Einbrennprozess; dafür brauchen Sie höhere Stückzahlen, weil pro Farbe und Motiv ein Werkzeug anfällt. Gravur passt damit zu kleinen Serien, Einzelstücken und dezenten Marken, Druck zu farbigen, detailreichen Motiven in größeren Auflagen. Entschieden wird über vier Punkte: Optik, Beständigkeit, Menge und Stückkosten.

Wann Sie Gläser gravieren lassen sollten

Laser-, Sandstrahl- und Ätzgravur

  • Lasergravur: Ein fokussierter Strahl trägt die Glasoberfläche punktgenau ab und hinterlässt eine matte, frostige Struktur. Das Motiv kommt aus der Datei, ein Druckwerkzeug ist nicht nötig — wechselnde Namen, Jahrgänge oder Tischnummern kosten deshalb keinen Aufpreis.
  • Sandstrahl- oder Ätzgravur: Über eine Schablone wird die Fläche gleichmäßig abgetragen. Das ergibt ruhige, großflächige Logos und kräftige Schriftzüge.
  • Farbe in der Gravur: Vertiefungen lassen sich auslegen, damit das Motiv auf dunklem Glas lesbar wird. Diese Füllung ist nicht dasselbe wie die Gravur und verhält sich im Spülgang anders.

Grenzen der Gravur

  • Vorgespanntes Glas lässt sich nachträglich nicht gravieren: Beim Abtrag geht die Spannung verloren.
  • Sehr dünne Wandungen reagieren empfindlich auf Laserenergie; hier ist ein Muster zwingend.
  • Stark gewölbte oder konische Flächen verzerren das Motiv, wenn die Gravur nicht an die Geometrie angepasst wird.
  • Am Trinkrand wirkt eine Gravur rau und ist dort auch aus Sicht des Lebensmittelkontakts die falsche Stelle.

Bedrucken: Siebdruck, keramische Veredelung, Tampondruck

Siebdruck mit eingebrannten Farben

  • Ablauf: Die Farbe wird durch ein Sieb gedruckt — je Farbe ein Sieb — und danach bei typischerweise rund 560 bis 600 °C eingebrannt, wodurch sie sich dauerhaft mit der Glasoberfläche verbindet.
  • Stärken: kräftige, deckende Farbtöne einschließlich Weiß, saubere Schrift, wiederholgenaue Serien.
  • Grenzen: Jede weitere Farbe bedeutet ein weiteres Sieb und einen weiteren Druckgang. Feine Verläufe und fotorealistische Motive sind nur eingeschränkt darstellbar.

Keramische Veredelung und Einbrennbilder

  • Ablauf: Das Motiv wird als Abziehbild aufgebracht und anschließend eingebrannt; mehrere Farben sind in einem Arbeitsgang möglich.
  • Grenzen: Der Brennprozess belastet das Glas thermisch. Bei doppelwandigen Gläsern und dünnen Wandungen entscheidet deshalb die Musterprüfung, nicht die Theorie.

Nicht eingebrannte Drucke

  • Tampondruck, UV-Farben und Folien: preiswert in der Herstellung, aber ohne Einbrennvorgang haftet die Farbe nur auf der Oberfläche.
  • Praxis: Solche Veredelungen verlieren im gewerblichen Spülgang Farbe oder lösen sich ab — bei Gläsern, die täglich durch die Maschine gehen, ist das ein Ausfallrisiko.

Haltbarkeit und Kosten: wo die Verfahren an Grenzen stoßen

Spülmaschine, Mikrowelle, Trinkrand

  • Eingebrannt oder nicht: Eingebrannte keramische Farben und Gravuren halten dem Spülgang im Alltag stand, nicht eingebrannte Drucke nicht. Diese Unterscheidung ist wichtiger als die Frage Gravur oder Druck.
  • Gold und Platin: Edelmetallzubereitungen gehören nicht in die Mikrowelle und reagieren empfindlich auf aggressive Spülgänge.
  • Kontaktbereich: Veredelungen dort, wo das Getränk das Glas berührt, fallen unter die Anforderungen für Lebensmittelkontaktmaterialien [1]. Bedrucken Sie daher außen, nicht am Trinkrand.
  • Stoffabgabe: Druckfarben können Substanzen freisetzen, die nicht absichtlich zugesetzt wurden; das BfR beschreibt in seinem NIAS-Leitfaden, wie solche Stoffe bewertet werden [2].
  • Händlerpflichten: Wer als Händler in Verkehr bringt, braucht nach der Produktsicherheitsverordnung (GPSR) unter anderem eine verantwortliche Person in der EU [3].

Werkzeuge, Mengen und Stückkosten

  • Gravur: digital gesteuert, ohne Druckwerkzeug — die Kosten liegen überwiegend in der Maschinenzeit pro Stück. Bei kleinen Mengen ist das die wirtschaftlichste Struktur, weil keine Einmalkosten für ein Werkzeug anfallen.
  • Siebdruck: pro Farbe ein Sieb. Diese Einmalkosten verteilen sich erst bei größeren Serien, dafür sinkt der Stückpreis deutlich.
  • Keramische Veredelung: Abziehbild plus Brenncharge; hier zählt, wie voll die Charge gefahren werden kann.
  • Richtwert Menge: Bei DEFELLAS liegt die Arbeitsmenge für Gläser bei ca. 1.200 Stück, produktabhängig. Darunter ist Gravur meist die wirtschaftliche Wahl, darüber gewinnt der Druck.

So gehen Sie vor: Checkliste für die Veredelung

  • Zweck klären: Einzelstück, Aktionsglas oder dauerhaft genutztes Glas? Davon hängt das Verfahren ab.
  • Reinigungsart festlegen: Klären Sie früh, ob das Glas in die gewerbliche Spülmaschine geht. Bei Ja kommen nur Gravur oder eingebrannte Veredelung infrage.
  • Motiv prüfen: Einfarbige Logos und Schrift laufen im Siebdruck sauber; mehrfarbige Motive gehen als keramische Veredelung.
  • Stelle festlegen: Veredelung außen und außerhalb des Trinkrands platzieren [1].
  • Muster anfordern: Vor der Serie gehört ein Muster auf Ihr Glas, nicht auf ein Referenzglas. Wie wir Muster und Serien abwickeln, steht in der Prozessübersicht.
  • Menge und Rechte klären: Vergleichen Sie Gravur und Druck bei Ihrer Zielmenge und halten Sie Vektordatei sowie Farbreferenz bereit. Konditionen finden Sie unter Preise & Konditionen.

DEFELLAS ist Österreichs führende China-Sourcing Agentur und übernimmt Glaswaren inklusive Veredelung als Full-Service: Fabriksuche, Muster, QC, Branding, Fracht, Zoll und DDP-Koordination. Sie haben einen deutschsprachigen Ansprechpartner, Vertragspartner ist ein Unternehmen in Österreich. Welche Veredelung zu Ihrem Motiv passt, klären wir anhand eines Musters — Referenzen zeigt unsere Seite Beispiele, Betriebe aus der Gastronomie sehen unsere Lösungen für die Gastronomie. Schreiben Sie an office@defellas.com, telefonisch unter +43 664 511 5830, oder nutzen Sie die Kontaktseite.

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Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen (abgerufen am 23.09.2026)
  2. BfR-Leitfaden zur Risikobewertung von NIAS im Bereich Lebensmittelkontaktmaterialien (abgerufen am 23.09.2026)
  3. Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit (GPSR) (abgerufen am 23.09.2026)

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