EORI-Nummer beantragen: die Voraussetzung für jede Zollanmeldung
Die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) ist die eindeutige Kennung, die Ihr Unternehmen für Zollanmeldungen in der gesamten Europäischen Union benötigt. Ohne gültige EORI-Nummer lässt sich eine Einfuhr aus China nicht ordnungsgemäß anmelden – dasselbe gilt für die Ausfuhr. Rechtsgrundlage ist Artikel 9 des Unionszollkodex (VO (EU) 952/2013): Danach müssen sich wirtschaftliche Akteure bei der Zollbehörde des Mitgliedstaats registrieren lassen, in dem sie ansässig sind [1]. Zuständig ist damit jene Zollverwaltung, in der Ihr Unternehmen sitzt – in Österreich der Zollbereich des BMF [3], in Deutschland die Generalzolldirektion. Die Europäische Kommission fasst die zugehörigen Ein- und Ausfuhrverfahren der Union zusammen [2]. Die Nummer gilt EU-weit, wird in jeder Anmeldung mitgeführt und ist keine Steuernummer.
Wer die EORI-Nummer zwingend braucht
- Importeure und Exporteure: Jedes Unternehmen, das Waren in ein Zollverfahren überführt, wird im Anmeldeprozess auf die Kennung geprüft.
- Online-Händler mit eigener Einfuhr: Wer Sammelsendungen oder Container selbst einführt und als Einführer auftritt, ist wirtschaftlicher Akteur und damit registrierungspflichtig.
- Zollagenten, Spediteure und Vertreter: Sie benötigen eine eigene EORI-Nummer, weil sie in eigenem Namen oder für Dritte anmelden.
- Nicht betroffen: Wer nicht als wirtschaftlicher Akteur handelt, unterliegt der Registrierungspflicht nicht.
EORI-Nummer beantragen: diese Angaben tragen Sie zusammen
Schritt für Schritt zum Antrag
- Sitzstaat bestimmen: Zuständig ist die Zollverwaltung des Staates, in dem Ihr Unternehmen ansässig ist – nicht jenes Staates, über den die Ware eingeführt wird.
- Registrierung einleiten: Der Antrag läuft über das dafür vorgesehene Verfahren Ihrer Zollverwaltung. Ein Formular-Deep-Link ist hier bewusst nicht angegeben, weil sich Portale ändern; der Weg führt über die Zollseite des BMF [3].
- Angaben vollständig einreichen: Fehlende Nachweise verzögern die Vergabe der Nummer.
- Nummer dokumentieren: Hinterlegen Sie die EORI-Nummer bei Spediteuren, Zollagenten und im Warenwirtschaftssystem.
Welche Angaben konkret nötig sind
- Identifikation: Firma, Rechtsform, Firmenbuch- bzw. Handelsregisternummer und Sitzadresse in Österreich oder Deutschland.
- Steuerliche Daten: Steuernummer und USt-IdNr des Unternehmens.
- Kontakt: Ansprechperson, E-Mail-Adresse und Telefonnummer für Rückfragen der Zollbehörde.
- Tätigkeit: Angabe, ob Sie importieren, exportieren oder beides, und ob Sie für Dritte auftreten.
- Vertretung: Bei indirekter Vertretung zusätzlich die Daten der vertretenen Person.
Grundsätzlich gilt eine EORI-Nummer je Unternehmen. Nur wenn Sie in mehreren Mitgliedstaaten mit eigener Niederlassung tätig sind, kann je Niederlassung eine eigene Nummer erforderlich sein.
EORI-Nummer und USt-IdNr: zwei Nummern, zwei Zwecke
Wofür Sie die USt-IdNr brauchen
Die EORI-Nummer ordnet Sie gegenüber der Zollverwaltung zu, die USt-IdNr gegenüber der Finanzverwaltung – etwa bei der Einfuhrumsatzsteuer, bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und beim Vorsteuerabzug. Beide Nummern bestehen parallel, die eine ersetzt die andere nicht. In der Praxis wird die USt-IdNr im Zollverfahren häufig mitverlangt, weil die Einfuhrumsatzsteuer dem richtigen Unternehmen zugeordnet werden muss. Führen Sie beide Nummern getrennt in den Stammdaten und klären Sie mit Ihrem Spediteur, welche Angabe für die jeweilige Anmeldung abgefragt wird.
Wenn die falsche Nummer in der Anmeldung steht
- Die Anmeldung wird beanstandet: Passt die Nummer nicht zum Anmelder, ist die Anmeldung nicht ordnungsgemäß und die Freigabe der Ware verzögert sich.
- Nachträgliche Berichtigung: Bereits angenommene Anmeldungen müssen korrigiert werden, was zusätzlichen Aufwand auslöst und die Zuordnung der Abgaben betrifft.
- Standzeiten und Zusatzkosten: Verzögert sich die Freigabe, entstehen regelmäßig Lager- und Frachtkosten, die niemand eingeplant hat.
- Prävention: Prüfen Sie Nummer und Anmelderrolle, bevor die Sendung am Terminal steht, nicht danach.
Wer anmeldet, wenn Spedition oder Lieferant die Verzollung übernimmt
Der Incoterm entscheidet über die Anmelderrolle
Welche Partei die Einfuhranmeldung abgibt, ergibt sich aus der Lieferbedingung [4]. Bei DDP trägt der Verkäufer die Verzollung im Bestimmungsland; er benötigt dafür eine EORI-Nummer im Importland oder einen in der EU ansässigen Vertreter. Bei EXW, FCA, FOB und DAP melden Sie als Käufer die Einfuhr an und halten damit Ihre eigene EORI-Nummer bereit. Wie DEFELLAS Verzollung und DDP-Koordination in den Gesamtprozess einbettet, lesen Sie in der Prozessübersicht.
Direkte und indirekte Vertretung
- Sie selbst als Einführer: Sie sind Anmelder, Ihre EORI-Nummer wird verwendet, Sie tragen die Abgaben.
- Direkter Vertreter: Der Spediteur handelt in Ihrem Namen – verwendet wird Ihre EORI-Nummer.
- Indirekter Vertreter: Der Vertreter handelt in eigenem Namen und braucht eine eigene EORI-Nummer; klären Sie vertraglich, wer die Zollschuld trägt.
- Schriftlich festhalten: Wer als Anmelder auftritt, welche Nummer gestellt wird und wer Einfuhrumsatzsteuer und Zoll vorstreckt.
Hintergrund zu den Lieferbedingungen finden Sie in den Beiträgen im DEFELLAS Blog.
So gehen Sie vor: Prüfliste vor der ersten Sendung
- EORI-Nummer beantragt und die Bestätigung der Zollverwaltung abgelegt.
- USt-IdNr aktuell und für die Einfuhrumsatzsteuer hinterlegt.
- Incoterm mit dem Lieferanten schriftlich fixiert [4].
- Geklärt, wer Anmelder ist – Sie oder ein Vertreter.
- EORI-Nummer und USt-IdNr an Spediteur oder Zollagent übermittelt.
- Handelsrechnung, Packliste, Ursprungsangaben und HS-Code vollständig.
- Vertretervollmacht schriftlich erteilt, falls eine Vertretung vorliegt.
- Zolltarifnummer und Präferenznachweise vorab geprüft.
Wenn Sie die Einfuhr nicht selbst abwickeln wollen: DEFELLAS ist Ihr Vertragspartner in Österreich und koordiniert als Österreichs führende China-Sourcing Agentur Beschaffung, Qualitätskontrolle, Fracht und Verzollung bis DDP – mit einem deutschsprachigen Ansprechpartner und ohne direkten Kontakt nach China. Sprechen Sie uns direkt an: Kontakt.


